20. Mai 2011

Plastiktüte zu Unrecht am Pranger - Einzelhandel: EU-Verbot von Plastiktüten ist „Ökopopulismus“

Stuttgart: Nach dem Verbot der Glühbirne erwägt die Europäische Union in Brüssel nunmehr auch ein Verbot von Plastiktüten. Hierfür hat der Einzelhandel keinerlei Verständnis. „Verbote gehören zum beliebtesten Spielfeld der EU“, so Gerhard Berger, Geschäftsführer des Verbandes der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Süd (VMG Süd) in Stuttgart, und erteilt dem beabsichtigten Verbot von Plastiktüten durch die EU eine klare Absage. Berger verweist darauf, dass in Deutschland bereits die Verpackungsverordnung eindeutig regelt, dass die Hersteller der Tüten ins Duale System einzahlen. Dies führe zu Preisen von bis zu 30 Cent pro Plastikbeutel und zu einer „bemerkenswert hohen Verwertungsquote von 70 %“. Auch die „Verbrauchsquote“ liege mit gut 60 Beuteln pro Jahr und Verbraucher deutlich unter dem EU-Durchschnitt.

 

Darüberhinaus bietet der Handel dem Endverbraucher neben den Plastiktüten auch Papiertüten und Stofftaschen an. Berger weist darauf hin, dass die im deutschen Einzelhandel verwendeten Plastiktüten weitestgehend aus sogenanntem Bioplastik hergestellt werden, die rasch abbaubar sind. Der „Aktionismus der EU-Kommission sei völlig unverständlich“, so Berger. Und: „In Sachen Umweltbewusstsein sind wir Deutschen doch Weltmeister“.

 

Der Verband sieht des Weiteren in dem beabsichtigten Verbot von Plastiktüten eine Bevormundung der Endverbraucher, von welchem man nicht ernsthaft verlangen könne, „den neuen Anzug oder das neue Kleid in den mitgebrachten Einkaufskorb zu verstauen“, was allerdings von dem EU-Umweltkommissar Janez Potocnik ernsthaft verlangt wird.

 

Müllentsorgung und insbesondere Mülltrennung in Deutschland ist sehr gut organisiert.

„Das sollte in der EU als Beispiel herhalten“, so Berger.

 

Der Verband sieht sich damit in einer Linie mit der Bundesregierung, die für Deutschland in Sachen Plastiktütenverbot keinen akuten Handlungsbedarf sieht. Die EU sollte sich den wirklich gravierenden Umweltproblemen zuwenden und sich nicht mit unnötigen „Verbotsüberlegungen“ befassen, „nur um des Verbotes willen“, rät Berger abschließend.

 

Ansprechpartner:

Gerhard Berger

VMG Süd

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Fax 0711-628079

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