PRESSEMITTEILUNG

 

 

 

"Transportable Möbel unabdingbare Voraussetzung

für den Arbeitsschutz“

Zweiter Roundtable des VMG Süd zum Thema „Polstermöbel“

am 26. Februar 2014 Stuttgart

 

 

Stuttgart: „Wir brauchen nicht nur transportable Möbel, sondern auch eine ausgefeilte Arbeitsschutzstrategie, die alle Akteure in der Zuliefererkette zum Endkunden gleichermaßen betrifft: Hersteller/Lieferanten, Spediteure sowie Möbeleinzelhändler“, stellte Gerhard Berger, Geschäftsführer des Verbandes der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels Süd (VMG Süd), Stuttgart, eingangs fest. Gleichzeitig richtete er einen Appell an alle Beteiligten: „Das Problem transportabler Möbel ist zwingend und gleichzeitig auch ein arbeitsschutzrechtliches Thema“. So konnte er nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung am 16. Oktober des vergangenen Jahres auch beim zweiten Roundtable des VMG Süd am 26. Februar d.J. im erweiterten Kreis auch Vertreter des Sozialministeriums und des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg begrüßen, gleichermaßen seitens der Industrie Vertreter von Himmola, KOINOR und Rolf Benz, von Handelsseite die Unternehmen Braun Möbel-Center, City- Polster, Segmüller, Kleemann und Polsterwelt Engelhardt, außerdem die Deutsche Möbeltransport AG, MDS (Marketing, Dienstleistung und Service-GmbH) sowie die Fa. Hettich-Franke.

 

Berger begrüßte ausdrücklich das Interesse an der Thematik im nunmehr erweiterten Kreis und stellte fest: „Unsere Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr war eine Initialzündung“.

 

ARBEITSSCHUTZ

 

Frau Dr. Müller-Barthelmeh, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und Mitglied im Bundesausschuss für Arbeitsmedizin informierte über eine anstehende arbeits-medizinische Richtlinie mit Normcharakter, die u.a. auch das „Heben und Tragen von Lasten“ beinhalte, überaus wichtig bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge. Mit dieser zu erwartenden Richtlinie sei u.a. auch das gesamte Möbeltransportgewerbe mit betroffen.

 

Herr Maximilian Maier vom Sozialministerium Baden-Württemberg und Koordinator des Arbeitskreises „Arbeitsschutzstrategie“ ergänzt, dass bereits im Jahre 2014 die Verringerung von Muskel- und Skeletterkrankungen im Fokus stehe, mithin insbesondere die Berufsgruppe der „Möbelpacker“. Sämtliche Beteiligte in der Zuliefererkette seien davon betroffen. Er wies darauf hin, dass die Gewerbeaufsicht die Aufgabe habe, auf Arbeitgeberseite die Einleitung entsprechender Präventionsmaßnahmen zu überprüfen. Die ergonomische Gestaltung der einzelen Arbeitsabläufe sei im Rahmen der den Arbeitgebern obliegenden Gefährdungsbeurteilung wesentlicher Bestandteil der Überprüfung durch die Gewerbeaufsicht. Maier begrüßte ausdrücklich die Initiative des VMG Süd als „Schnittstelle“ angesichts des gewichtigen Themas „Arbeitsschutz“.

 

Christoph Bürker, Fa. Braun Möbel-Center, betonte aus der Sicht des Möbeleinzel-handels: „Die Arbeitskraft ist uns wichtig!“

 

TECHNISCHE ANLIEFERUNGSPROBLEME

 

Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass das Problem übergroßer Sofas nur gemeinsam einer Lösung zugeführt werden kann. Frank Engelhardt, Geschäftsführer der Polsterwelt Engelhardt GmbH, betonte aus Sicht des Möbeleinzelhandels nochmals: „Die Verantwortung darf nicht ausschließlich beim Einzelhandel liegen, die Hersteller sind gleichermaßen mit in die Verantwortung zu ziehen“. In diesem Kontext ergänzte Richard Weinzierl, Fa. Hettich-Franke: „Wir beliefern eigentlich alle mit Beschlägen“. Damit würden bereits jetzt Polstermöbel bisweilen in zerlegter Form angeliefert, allerdings müsse man hinsichtlich der Kosten „Überzeugungsarbeit“ leisten, die schon in der Entwicklung beginnen müsse. Gleichermaßen müsste vor dem Hintergrund der arbeitsschutzrechtlichen Problematik in der „Sicherheitskultur“ einiges verändert werden, so Weinzierl weiter, damit seien sämtliche Akteure in der Zulieferkette gefordert.

 

In diesem Kontext weist Berger kritisch darauf hin, dass Lieferanten von Massenware, beispielsweise die Polipol-Zehdenick-Polinova-Gruppe, Polstergruppen, die früher zweiteilig waren, mittlerweile einteilig fertigen, z.B. aus der Michalsky-Kollektion (Modell New York). Die Einkäufer der Einkaufsverbände hätten hier offensichtlich kein Interesse an der Lösung technischer Probleme und würden dies auch nachhaltig mit ihrem Fernbleiben in dieser Runde „dokumentieren“. Berger bedauert gleichzeitig das Fernbleiben der Vertreter der Verbände in dieser Runde: „Auch wenn es bei den Verbänden vermeintlich nur um die Frage der Kalkulation geht, sind sie gerade deswegen aufgefordert, unserer Runde beizutreten und sich konstruktiv einzusteuern“.

 

LÖSUNGSVORSCHLAG DES VMG SÜD

 

Hans-Georg Otten, Fa. Polster Otten, Vorstandsmitglied des VMG Süd, unterbreitete den Teilnehmern einen Lösungsvorschlag dergestalt, als dass – nicht zuletzt auch aufgrund der visuellen und damit nachhaltigen „Greifbarkeit“ – der VMG Süd ein Schulungs- bzw. Aufklärungsvideo als „methodische Lösung“ vorbereiten bzw. in Auftrag geben wird, welches sämtlichen Beteiligten in der Zulieferungskette aber auch

die mit der Endmontage betreuten Auslieferungsmonteure/Auslieferungs-schreiner gleichermaßen vorgeführt werden soll. Gleichzeitig bittet er die Teilnehmer um nachhaltige Unterstützung und Einbringen des bereits vorhandenen Know-hows. Sämtliche Teilnehmer begrüßen diesen Vorschlag. Jürgen Haupt (Fa. Rolf Benz): Damit würde ein „Medium“ geschaffen, dass „breit gestreut werden kann und soll“. Das alle Beteiligten betreffende Thema „Arbeitsschutz“ wird in dieses Schulungsvideo mit aufgenommen werden. Aufgrund der Komplexität der Thematik kündigt Herr Otten an, dass man insoweit in mehreren „Modulen“ arbeiten würde zu den einzelnen Themenbereichen, um auch die unterschiedlichsten „Zielgruppen“ ansprechen zu können. Ziel muss es sein, darüber waren sich alle Beteiligten ebenfalls einig, ein möglichst kompaktes Schulungsmaterial an die Hand zu geben: Hersteller/Lieferanten,

Spediteure und Möbeleinzelhändler bis hin zu den jeweils in der Zuliefererkette betroffenen Mitarbeiter (Möbeltransportgewerbe/Auslieferungsfahrer, Monteure in der Endmontage, Einkäufer, Verkäufer etc.).

 

„Die Fortsetzung der Gespräche in der dann nunmehr dritten Runde ist für die zweite Jahreshälfte 2014, wahrscheinlich nach der Sommerpause, fest eingeplant“, so Berger abschließend.

 

 

 

 

 

 

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