Stuttgart, 6. September 2010

 

FOC Sinsheim - Erste "Blendgranate" zur Beeinflussung der politischen Willensbildung abgesetzt

 

Ein von den Grundstücksbesitzern in Auftrag gegebenes Verträglichkeitsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das mit 10.000 qm Verkaufsfläche geplante Fabrikverkaufsprojekt den Einzelhandel in den benachbarten Innenstädten nicht maßgeblich beeinträchtigen würde. Diese Studie soll angeblich als „Grundlage" für eine Entscheidung
über die Zulassung des Schnäppchenmarktes durch das Land Baden-Württemberg dienen.

 

Wie berichtet, hat sich der Ministerpräsident des Landes, Stefan Mappus, bereits ablehnend zu dem Schnäppchenmekka geäußert.


Die Vorlage eines solchen „Gutachtens" darf keinesfalls überraschen. Wie bei derlei Vorhaben üblich, versuchen die potentiellen Betreiber die politische Willensbildung zu beeinflussen.


Dabei muss man in diesem Fall allerdings wissen, dass das mit der Erstellung des Gutachtens beauftragte Wiesbadener Forschungsinstitut „ecostra" und dessen Studienleiter, Joachim Will, sich zwar intensiv mit der FOC-Ansiedlungsthematik im Allgemeinen so wie im Besonderen befassen, jedoch ausnahmslos zu dem Ergebnis kommen, dass eine Beeinträchtigung des etablierten Einzelhandels nicht zu befürchten sei.

 

Dass die potentiellen Betreiber mit diesem Gutachten eine erste „Blendgranate" zur Beeinflussung der politischen Willensbildung abgesetzt haben, war eigentlich fast schon zu erwarten.

 

Nicht übersehen werden darf allerdings, dass das Verträglichkeitsgutachten von einer Verkaufsfläche von 10.000 qm ausgeht, das Projekt, einmal genehmigt, jedoch mittel- bis langfristig auf eine potentielle Verkaufsfläche von 30.000 qm bis 40.000 qm ausgeweitet werden dürfte. Eine realistische Verträglichkeitsanalyse müsste diese Werte berücksichtigen.

Wir bleiben dran ...