Stuttgart, 24.02.2010

Größtes Fabrikverkaufszentrum der Schweiz geplant

FOC Wigoltingen, Schweiz

In der Thurgauer Gemeinde an der Autobahn A 7, weniger als 20 km von der Stadt Konstanz am Bodensee entfernt, ist das größte Outlet-Center (Fabrikverkauf) der Schweiz mit dem bezeichnenden Namen „EDELREICH“ und einer Verkaufsfläche von bis zu 30.000 qm mit etwa 120 Geschäften und einem Jahresumsatz von 110 Mio Euro (!) geplant.

 

Durch den nicht integrierten Standort an der Autobahn bedeutet dies nicht nur eine Zunahme des Individualverkehrs mit negativen Folgen wie Lärmbelästigung und Luftverschmutzung, sondern damit einhergehend auch einen nachhaltigen negativen Einfluss auf den gewachsenen Einzelhandel in den benachbarten Innenstädten in Deutschland, nicht nur in Konstanz, sondern auch in Singen und Radolfzell.

 

Die genannten Gemeinden haben bereits Beschwerde gegen das geplante Fabrikverkaufscenter eingelegt. Der Gewerbeverband Thurgau sieht darin allerdings eine unzulässige „Einmischung“ und hat genannte Gemeinden aufgefordert, ihre Beschwerden zurückzuziehen.

 

Die von dem geplanten Fabrikverkaufscenter ebenfalls stark betroffenen Händler in den benachbarten Schweizer Städten scheinen eher gelassen zu reagieren.

 

Wir haben uns zwischenzeitlich an unseren Kollegenverband, der Swiss Retail Federation in Bern gewandt und um die dortige Einschätzung des Vorhabens gebeten, verbunden mit dem Hinweis, dass wir uns klar gegen die Etablierung eines überdimensionierten Fabrikverkaufscenters in der Nähe der deutschen Grenze aussprechen. Zumal die Stärkung der Städte sowohl im Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg als auch im kantonalen Richtplan des Kantons Thurgau festgeschrieben ist, wenn es dort u.a. heißt: „Die künftige Entwicklung soll primär in den kantonalen Zentren erfolgen.“

 

Des Weiteren haben wir uns auch an das hiesige Wirtschaftsministerium gewandt mit der Bitte, die Möglichkeiten eines „politischen Flankenschutzes“ gegen die Etablierung dieses Fabrikverkaufscenters auszuloten.

 

Über die Weiterentwicklung werden wir berichten.