24. Februar 2011

 

 

FOC Roppenheim Eröffnung erst im Frühjahr 2012

 

Der Zeitplan für das nach wie vor umstrittene Fabrikverkaufscentrum im elsässichen Roppenheim wird (ein weiteres Mal) geändert:

Die ursprünglich für Herbst 2011 vorgesehene Eröffnung des Schnäppchen-Mekkas wird sich voraussichtlich auf das Frühjahr 2012 verschieben, wie uns der Deutschland-Manager des spanischen Betreiberunternehmens NEINVER mit seinem Schreiben vom 16.02.2011 mitteilt. „Äußere Einflüsse" sowie „der strenge Winter" sollen „zu Verzögerungen des Bauplans geführt und zeitweise einen Stopp aller vorbereitenden Baumaßnahmen erzwungen" haben, heißt es in dem Brief.

 

Zur Erinnerung: Das Fabrikverkaufszentrum stieß auf erheblichen Widerstand seitens des Einzelhandels, und zwar auf beiden Seiten der Grenzregion. Die von unserer Organisation auf dem Klagewege vorgetragenen Bedenken gegen das Vorhaben wurden vom obersten französischen Verwaltungsgericht nicht geteilt, unsere Klage wurde abgewiesen.

 

Wegen der auf deutscher Seite zu befürchtenden verkehrlichen Problematik hatten wir noch einen weiteren Versuch unternommen, das Vorhaben doch noch zu verhindern und die Bedenken gegenüber dem Staats- und Wirtschaftsministerium sowie gegenüber dem federführenden Innenministerium in Baden-Württemberg vorgebracht. Das Innenministerium Baden-Württemberg hat jedoch bereits 2007 unsere diesbezüglichen Bedenken zurückgewiesen (wir berichteten hierüber mehrfach).

 

Auch wenn durch den vehementen Widerstand insbesondere von deutscher Seite aus insgesamt 12 Jahre an Zeit gewonnen werden konnten (das FOC sollte zunächst auf dem Baden-Airport gebaut werden und konnte mit vereinten Kräften abgewehrt werden), ist das Vorhaben wohl nicht mehr zu verhindern.

 

Immerhin muss sich der Einzelhandel auf deutscher Seite im diesjährigen Weihnachtsgeschäft nicht mit dem Schnäppchen-Mekka auseinandersetzen.

Wir stehen dem Vorhaben nach wie vor äußerst kritisch gegenüber, da von einem kräftigen Kaufkraftabfluss ins benachbarte Elsass auszugehen ist und die Betreiber mit fast ausschließlich deutscher Kundschaft rechnen (mind. 80 %) und diese auch fest einkalkuliert haben.

 

Dem Einzelhandel in der Region bleibt nichts anderes übrig, als sich auf die künftige Konkurrenz durch einen Fabrikverkauf auf rd. 30.000 qm Verkaufsfläche auf der französischen Rheinseite vorzubereiten!

 

In dem an uns gerichteten Schreiben bietet der Deutschlandchef des spanischen Betreibers NEINVER eine „Kooperation" an und führt in diesem Kontext aus: „Für weitere Gespräche im Zusammenhang mit dem Outlet-Center in Roppenheim und möglicher Kooperation stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung."

 

Hierfür entscheidend ist, möglichst alle betroffenen Einzelhändler in ein Boot zu holen! (Dies war bei unserem seinerzeitigen Aufruf, uns bei der Prozessführung in Frankreich zu unterstützen, leider nicht der Fall!).


Sollten Sie Interesse an derlei Kooperationsgesprächen haben, lassen Sie uns dies umgehend wissen und verwenden hierzu das beigefügte Rückantwortfax!

Gedacht ist hier an eine konzertierte Konzeption nachhaltiger Projekte nicht nur mit den ansässigen Behörden, Tourismusverbänden, sondern insbesondere mit dem Einzelhandel!

 

Sollte Ihrerseits hierzu Interesse bestehen, werden wir zeitnah an die Etablierung eines Workshops herangehen, um gemeinsam Konzepte zur Steigerung der Attraktivität der Standorte auf deutscher Seite zu entwickeln.