Milliardenschaden durch Ladendiebstahl

 

Auch 2013 klagt der Handel wieder über Inventurverluste in Milliardenhöhe, obwohl er im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Euro in Präventiv- und Sicherheitsmaßnahmen investiert hat.

 

Im gesamten Einzelhandel summierten sich die Inventurdifferenzen – bewertet zu Verkaufspreisen – auf 3,9 Milliarden Euro. Dabei sind nach Einschätzung der Handelsexperten auf Ladendiebstahl durch Kunden rund 2,1 Milliarden Euro zurückzuführen, den eigenen Mitarbeitern werden fast 900 Millionen Euro angelastet, Lieferanten sowie Servicekräften werden etwas mehr als 300 Millionen Euro an Warenverlusten im Jahr zugerechnet. Die restlichen 600 Millionen Euro entfallen auf organisatorische Mängel.

 

Statistisch gesehen bedient sich jeder Bundesbürger jährlich an Waren im Wert von 26 Euro, ohne zu bezahlen. Der Mehrwertsteuerverlust, den der Staat durch Kundendiebstähle erfährt, beträgt rund 450 Millionen Euro.

 

Zu den am häufigsten geklauten Artikeln gehören nach wie vor kleine, teure Waren wie Parfüm und Kosmetik, Rasierklingen, Spirituosen sowie Tabakwaren. Im Bekleidungshandel werden vor allem hochwertige Marken bevorzugt, aber auch modische Artikel und Accessoires (Brillen, Tücher, Modeschmuck etc.) werden oft nicht bezahlt. Speichermedien, Konsolenspiele, Smartphones und LED-Leuchtmittel gehören zu den „Klaurennern“ im Elektrohandel.

 

An der aktuellen Untersuchung Inventurdifferenzen 2014 beteiligten sich 104 Unternehmen mit insgesamt fast 18.000 Verkaufsstellen, die einen Gesamtumsatz von gut 69 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Die durchschnittliche Verkaufsfläche der beteiligten Geschäfte beträgt 1.200 qm.

 

Quelle: EHI Retail Institute