Tarifinformationen zur Tarifrunde Einzelhandel 2011

Tarifinformation 02/2011 zur Tarifrunde 2011

ver.di fordert 6,5 Prozent mehr

  

Die Gewerkschaft ver.di hat in Baden-Württemberg den Entgelttarifvertrag fristgemäß zum 31.03.2011 gekündigt und fordert nunmehr eine Anhebung der Löhne, Gehälter und Aus-bildungsvergütungen um 6,5 Prozent in einem Anschlusstarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten.

 

Des Weiteren verlangt ver.di „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ beim Einsatz von Leiharbeit-nehmern im Einzel- und Versandhandel.

 

Ver.di begründet diesen Nachholbedarf (wir berichteten, s. unser Jahresmagazin 2011/ Vorwort) damit, dass der baden-württembergische Einzelhandel angeblich „die Krise nahezu unbeschadet überstanden (...) und bereits 2010 von der anziehenden Konjunktur profitiert“ habe.

 

Erster Verhandlungstermin in Baden-Württemberg ist der 28. März 2011.

 

In Hessen fordert ver.di eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 6 Prozent, mindestens jedoch um 120 Euro. Die Ausbildungsvergütungen sollen ebenfalls um 6 Prozent angehoben werden. Wie in Baden-Württemberg wird auch dort eine Gleichstellung von Leiharbeit-nehmern geltend gemacht.

 

Die zwischenzeitlich stattgefundenen zwei Verhandlungsrunden in Hessen am 2. sowie 10. März 2011 verliefen ergebnislos. Das in der zweiten Verhandlungsrunde unterbreitete Arbeitgeberangebot zur Anhebung der Löhne und Gehälter um 1,5 Prozent bei drei Nullmonaten hat ver.di als unzureichend zurückgewiesen.

 

Die Verhandlungen sollen am 20. April 2011 in der dritten Runde fortgeführt werden.

 

In Nordrhein-Westfalen wird sich ver.di wohl den Forderungen aus Baden-Württemberg und Hessen anschließen. Dies kündigte ver.di Nordrhein-Westfalen am 14. März 2011 an.

 

Auch wenn das Jahr 2010 für den deutschen Einzelhandel besser verlief als von manchen erwartet, ist der gewerkschaftsseits geltend gemachte Nachholbedarf schlichtweg überzogen und unrealistisch. Selbst wenn man für das Jahr 2011 von einem Anstieg der privaten Konsumausgaben ausgehen darf, kann der Einzelhandel eine nominale Umsatzsteigerung von ca. 1,5 Prozent bestenfalls erwarten. Dies bedeutet allerdings real betrachtet eine Stagnation.

 

Wir werden weiter berichten.

 

VMG Süd

RA G. Berger