11. Mai 2011: Tarifinformationen zur Tarifrunde Einzelhandel 2011

Tarifinformation 4/2011

 

- Intensive Gespräche, jedoch ohne Ergebnis

- Verbreitet Warnstreiks

 

Nach dem Tarifauftakt am 28.03.2011 in Baden-Württemberg blieben auch die weiteren Gesprächsrunden 2 bis 4 am 15.04., 06.05. und 09.05.2011 ohne Ergebnis.

 

Die Arbeitgeberseite ergänzte ihr bereits in der ersten Runde unterbreitetes Angebot auf Anhebung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütung um 1,5% ab 01.07.2011 um eine Einmalzahlung für Vollzeitkräfte in Höhe von 180,--Euro (Teilzeitkräfte anteilig) fällig ab Januar 2012.

 

Verdi lehnte das Arbeitgeberangebot nach wie vor als völlig unzureichend ab. Im Vorfeld der 3. Runde kam es in Baden-Württemberg teilweise zu ganztätigen Warnstreiks. Betroffen waren u. a. die Drogeriekette Schlecker, H&M, Kaufhof und Karstadt.

 

Die Gespräche sollen am 25. Mai fortgesetzt werden.

Mit weiteren Warnstreiks ist zu rechnen.

 

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In Bayern verlief die erste Gesprächsrunde am 04. Mai 2011 ergebnislos. Auch dort boten die Arbeitgeber eine lineare Anhebung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 1,5% ab 01. August 2011 (also bei 3 Nullmonaten) an und stellten eine weitere „Entgeltkomponente" in Aussicht.

 

Die 2. Runde ist auf den 20. Mai in München angesetzt.

 

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In Hessen verlief auch die 3. Verhandlungsrunde am 20. April ohne Ergebnis.

 

Die 4. Gesprächsrunde soll am 13. Mai 2011 in Frankfurt/Main stattinden.

 

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Die Tarifgespräche für die rund 40.000 Beschäftigten im Saarland blieben auch in der 2. Runde am 18.04.2011 ergebnislos und sollen am 10. Mai in der 3. Runde fortgesetzt werden.

 

Verdi fordert eine Anhebung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 6%, mindestens jedoch um 120,-- Euro.

 

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In Rheinland-Pfalz verlief die 1. Verhandlungsrunde für die rund 100.000 Beschäftigten im dortigen Einzelhandel am 06. Mai 2011 ergebnislos. Vertagung auf den 20. Mai 2011.

 

Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Vorweganhebung in den unteren Einkommensgruppen um 65,-- Euro und eine „allgemeine Entgelterhöhung" von 4% sowie 50,-- Euro monatlich mehr für die Auszubildenden.

 

Wie in Baden-Württemberg verlangt Verdi desweiteren „gleichen Lohn für gleiche Arbeit" beim Einsatz von Leiharbeitnehmern im Einzel- und Versandhandel.

 

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In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat Verdi den Gehalts- und Lohntarifvertrag zum 31. Mai 2011 gekündigt.

 

Auch hier wird eine Vorweganhebung in den unteren Lohn- und Gehaltsgruppen um 65,-- Euro gefordert sowie eine Anhebung der Löhne und Gehälter um weitere 4% (Auszubildende 50,-- Euro monatlich mehr).

Gleichermaßen verlangt Verdi auch hier „gleichen Lohn für gleiche Arbeit" beim Einsatz von Leiharbeitnehmern.

 

Verhandlungstermine sind noch nicht bekannt, allerdings fanden in der Woche vom 02. - 07. Mai diverse „Auftaktveranstaltungen" statt, zu denen Verdi aufgerufen hatte.

 

 

 

VMG Süd

Geschäftsführung

RA G. Berger