Tarifrunde im Einzelhandel 2017 eingeläutet

  • ver.di fordert 6 % mehr für die Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel
  • Wiedereinführung der Allgemeinverbindlichkeit auf der Wunschliste

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Die Gewerkschaft ver.di eröffnet die diesjährige Tarifrunde im ersten Tarifbezirk, nämlich in Baden-Württemberg. Gefordert wird:

 

  • eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6 %
  • die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden
  • darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein tarifliches Mindesteinkommen von EUR 1.900,00
  • der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben.

 

Wie nicht anders zu erwarten und diesseits prognostiziert (siehe unsere Tarifinformation 1/2017) will ver.di die Allgemeinverbindlichkeitserkärung des Tarifvertrages beantragen, um „Tarifflucht und Lohndumping“ entgegenzuwirken.

 

Diesen Forderungskatalog hat die Große Tarifkommission von ver.di am 20.02.2017 in Karlsruhe beschlossen. Die Forderung nach der Allgemeinverbindlichkeitserklärung soll nach dem Willen von ver.di „gemeinsam“ mit der Arbeitgeberseite beantragt werden.

 

Wir nehmen dies zum Anlass, auf unsere Tarifinformation 1/2017 zu verweisen. Dort hatten wir darüber berichtet, dass die Arbeitgeberseite (vertreten durch den HDE) selbst für einen „modernen Tarifvertrag“ als „hohes Gut“ plädiert, welches auf breite Akzeptanz bei der Händlerschaft stoßen müsse.

 

 

Wir wiederholen daher aus gegebenem Anlass unseren warnenden Hinweis (siehe Tarifinformationen aus dem Jahr 2015), dass die Wiedereinführung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge keinesfalls im Interesse des mittelständischen Einzelhandels in Deutschland sein kann und appellieren daher auch an Sie, die Thematik untereinander intensiv zu kommunizieren und insbesondere auch solche Einzelhändler / Kaufleute anzusprechen, die nicht bei uns organisiert sind und gleichermaßen die Thematik auch gegenüber Ihren Einkaufsverbänden vorzutragen, gerne auch unter Vorlage dieser Tarifinformation.

 

Ver.di hat den Entgelttarifvertrag aus dem Jahr 2015 bereits zum 31.03.2017 gekündigt und will „zügig und zielorientiert“ die Verhandlungen über einen Anschlusstarifvertrag aufnehmen.

 

Eine Verknüpfung mit den parallel zu führenden, vielschichtigen Verhandlungen über eine Entgeltstruktur im Einzelhandel (wir berichteten hierüber regelmäßig) wird von ver.di jedoch abgelehnt (wie zu erwarten…).

 

Wir werden Sie wie gewohnt auf dem Laufenden halten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Gerhard Berger

Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

Geschäftsführer

 

 

 

 

 

 

 

Besinnliches und Sinnvolles

„Eine Befürwortung der Allgemeinverbindlichkeit,

würde Verbände schlicht implodieren lassen.“

 

Quelle: Lebensmitelzeitung vom 26.08.2016