• Dritte Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg weiterhin ohne Ergebnis; neues Arbeitgeberangebot
  • Bayern: Zweite Verhandlungsrunde kurzfristig abgesagt
  • Hessen: Ergebnislose Vertagung der Tarifgespräche

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

in Baden-Württemberg verlief auch die dritte Verhandlungsrunde am 31.05.2017 in Korntal-Münchingen ergebnislos.

 

Nach gewerkschaftseigenen Angaben sollen vor Beginn der Verhandlungen rund 300 streikende vor dem Verhandlungslokal demonstriert haben. Die Arbeitgeber unterbreiteten ein verbessertes Angebot:

 

Zusätzlich zu dem bereits in der zweiten Verhandlungsrunde unterbreiteten Angebot (1,5 % Anhebung der Löhne und Gehälter sowie Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2017 sowie weitere 1,0 % für das Jahr 2018) wurde eine nicht tabellenwirksame, „verstetigte“ Einmalzahlung in Höhe von EUR 150,00 pro Jahr (für Vollzeitkräfte, anteilig für Teilzeitkräfte) angeboten.

 

Ver.di wies auch dieses Angebot als „viel zu niedrig und völlig unzureichend“ zurück.

 

Die Verhandlungen sollen am 30.06.2017, wiederrum in Korntal-Münchingen, fortgesetzt werden. Mit Arbeitskampfmaßnahmen ist weiterhin zu rechnen.

 

Im bayerischen Einzelhandel werden die Streiks fortgesetzt, nachdem die auf den 23.05.2017 festgesetzte zweite Verhandlungsrunde kurzfristig arbeitgeberseits abgesagt worden ist. Nach gewerkschaftseigenen Angaben hatte ver.di für Streiks am 24.05.2017 aufgerufen. Betroffen waren wohl die Unternehmen Esprit, H&M, Hugendubel, IKEA, Kaufland, Media Markt, Netto, Normal, real, Stahlgruber und Zara.

 

Gleichermaßen wie in Baden-Württemberg betont auch ver.di in Bayern, mit der angestrebten Allgemeinverbindlichkeit „existenzsichernde Tarifverträge“ schaffen zu wollen um „verbindliche Regeln für alle Konzerne und Unternehmen (zu) erreichen“.

 

In Hessen verlief die zweite Verhandlungsrunde ebenfalls ohne Ergebnis. Die Gespräche sollen am 29.06.2017 fortgesetzt werden.

 

Ver.di in Hessen ließ sich zu einer bemerkenswerte Häme hinreißen und lässt auf ihrer Website wissen:

 

Die Arbeitgeber im Handelsverband Hessen traben pflichtbewusst hinter anderen Landesverbänden des HDE her. Diesen Eindruck vermittelten sie in der heutigen Tarifverhandlung. Was bereits vor mehr als vier Wochen in Baden-Württemberg sowie Bayern angeboten und danach in weiteren fünf Tarifgebieten von ver.di abgelehnt wurde, das trugen sie heute stoisch der ver.di Tarifkommission vor.“

 

In Anbetracht dieser Entwicklungen dürfte es mehr als zweifelhaft sein, ob noch vor der Sommerpause ein Tarifabschluss erzielt werden wird.

 

Wir halten Sie auf dem Laufenden und stehen für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

 

Gerhard Berger

Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

Geschäftsführer